Tauben Am Schöpfwerk – ein Problem?

 

 

Nicht nur Am Schöpfwerk gibt es von Zeit zu Zeit die Diskussion über Tauben und die damit verbundenen Probleme.

Bei der geringen Anzahl von Tauben in der Wohnanlage erscheint mir die Behandlung des Themas „Taubenplage“ als übertrieben hysterisch und ich frage mich ernsthaft ob hier nicht einem relativ kleinen, unwichtigen Thema zuviel Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Die Stadttauben sind als Kulturfolger zu betrachten und leben wie der Hausspatz, Ratten und Mäuse in unmittelbarer Umgebung des Menschen. Eben dort, wo sie leicht zu Futter kommen und wo genügend Nistplätze vorhanden sind.

Viele Mitmenschen sehen in den Tauben ein großes Übel. Ja, selbst der Ruf dieser Vögel, kann völlig unbegründet als schlecht angesehen werden. Sie sind scheinbar nutzlos, verschmutzen die Häuser, Balkone und Gehwege und sind als angebliche Krankheitsüberträger sogar gefährlich für den Menschen.

Vielfache Untersuchungen konnten keinen Beweis erbringen, dass die Stadttaube für den Menschen im Allgemeinen ein gesundheitliches Risiko darstellt. In meiner Ordination werden regelmäßig kranke und verletzte Tauben behandelt und noch nie konnte eine auf den Menschen übertragbare Krankheit diagnostiziert werden.

Tatsächlich zum Problem können die Tauben werden, wenn durch unkontrollierte Vermehrung, die Vogelpopulation zu groß wird. Dieser Zustand wird durch intensives Füttern der Tiere begünstigt. Die Gemeinde hat deshalb seit einigen Jahren ein Taubenfütterungsverbot erlassen.

Exponierte Stellen, wie Mauervorsprünge an Häusern, die häufig von Tauben aufgesucht werden und hier durch das Absetzen von Kot den unmittelbaren Wohnbereich verschmutzen, können leicht durch einfache bauliche Maßnahmen unattraktiv gestaltet werden.

Wenn dazu noch ein Taubenschlag in der Nähe als Nist- und Aufenthaltsplatz angeboten wird löst sich das Problem von selbst. Aus dem Taubenschlag können die Taubeneier leicht gegen Gipsimitate ausgetauscht werden und so kann man die Nachkommenschaft reduzieren.

Zu guter Letzt möchte ich bemerken, dass die Taube zum heutigen Stadtbild gehört und durch tierschutzgerechte und ökologische Maßnahmen nicht zum Problem werden kann.

 

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